
Nürnberger Nachrichten, 24.04.2007
Kröneneder Abschluss der Konzertreise war für die "Grillen" sicherlich der gutbesuchte Auftritt in der Rüstkammer des Kremls in Moskau, in der sie vor dem Konzert auch noch eine Führung durch das Museum mit seinen kostbaren Schätzen bekamen. Das Programm umfasste ein Repertoire an geistlichen und weltlichen Werken. Neben den deutschen Komponisten Schütz, Bach und Brahms kamen besonders die deutschen Volksliedbearbeitungen von Barbe an. Für Erläuterungen zu den deutschsprachigen Stücken sorgte der Erlanger Partnerschafts-Brauftragte Peter Steger. Nicht nur der Fernsehsender TV Wladimir6 forderte: "Die "Grillen" und "Raspew" sollten ernsthaft über gemeinsame Konzerte nachdenken."
Dem Besuch des Chores "Raspew" aus Erlangens russischer Partnerstadt Wladimir im Januar folgte nun in der Karwoche der Gegenbesuch des damals gastgebenden Kammerchores Erlanger "Grillen".
Der Chor wurde sehr herzlich begrüßt und durch die stellvertretende Bürgermeisterin von Wladimir, Frau Guskowa. In der Stadtverwaltung empfangen. Die "Grillen" bedankten sich ihrerseits für die Gastfreundschaft ( der größte Teil der Sänger wurde wiederum privat bei "Raspew"-Chormitgliedern aufgenommen) mit Erlanger Präsenten und natürlich - mit Gesang.
Die "Grillen" erlebten eine intensive und freundschaftliche Woche mit interessanten Führungen in Wladimir und Ausflügen in weitere Städte des "goldenen Rings". Konzerte fanden in der Musikschule und im Glasmuseum von Gus-Chrustalnjny sowie im Zentrum der Bildenden Künste in Wladimir statt. Diese beiden Veranstaltungen waren sehr gut besucht und wurden vom begeisterten Publikum mit warmen Applaus sowie stehenden Ovationen, Blumen und Geschenken belohnt. Auch der örtliche Fernsehsender TV Wladimir6 berichtete darüber. Die Kommentatoren gerieten regelrecht ins Schwärmen: "Schon beim Einsingen wird klar: Die Erlanger Sänger nennen sich zwar Laien, aber das Konzert verspricht einmalig zu werden."
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Erlanger Nachrichten, 22.01.2007
Eines der schönsten und wohlklingendsten Beispiele unter den "Botschaftern des Erlanger Kulturlebens", so sagte es Laudator Rupprecht Kamlah, wurde am Sonntagvormittag im SiemensForum mit dem Förderpreis der Erlanger Kulturstiftung 2007 ausgezeichnet: die Erlanger Grillen, genauer: der Kammerchor der Erlanger Grillen.
Dass der diesjährige Kulturförderpreis der Kulturstiftung Erlangen in Höhe von 5000 Euro an den Kammerchor Erlanger Grillen unter der Leitung von Joachim Adamczewski geht, wurde von Kulturstiftung- Geschäftsführer Ex-Stadtkämmerer Gerhard Wangemann vorab schon einmal mit der Qualifikation "hochkarätiges Ensemble" begründet - die "Grillen", so Wangemann, begeisterten seit 20 Jahren ein aufnahmebereites Publikum, dem sich die Kulturstiftung mit ihrer Preisvergabe nur anschließen könne. Dass sie dies überhaupt könne, habe mit der guten finanziellen Ausstattung der Stiftung unter ihrem Vorstand Hermann Franz, Alfred Bomhard und Robert Niersberger zu tun - immerhin seien seit 1999 schon über 250 000 Euro ausgereicht worden.
Familiär vorbelastet
Preis-Laudator Rupprecht Kamlah musste seinen Part erst einmal erklären: Da sein Vater Wilhelm ebenfalls Leiter eines überaus anhörbaren Chors - des Collegiums Cantorum - gewesen und er somit familiär wie auch als aktiver Sänger vorbelastet sei, sei die Wahl auf ihn gefallen - "obwohl ich mich, nach guter militärischer Sitte, vorsichtshalber nicht vorgedrängelt habe". Seine anhaltende Liebe zum Chorgesang habe es ihm aber leicht gemacht, zumal der Kammerchor der Erlanger Grillen über 20 Jahre hinweg ein derart hohes Niveau aufgebaut und gehalten habe, dass es auch das Fachpublikum weit über die Grenzen Erlangens hinaus habe die Ohren spitzen lassen.
Es sei nicht zu verkennen, so Kamlah, dass ein solcher Chor nicht nur durch eine (möglichst) große Zahl guter Sängerinnen und Sänger lebe, sondern vor allem durch einen "charismatischen Chorleiter, den die Erlanger Grillen in Joachim Adamczewski gefunden haben". Einen in sich ausgewogenen Chor "mit dem reinsten Klang menschlicher Stimmen" zu schaffen, sei aber auch keine Aufgabe, die man nebenbei erledigen könne - es sei also nicht verwunderlich, wenn es im Laufe der Jahre auch Konflikte gegeben habe und ausscheidende Aktive bekannt hätten: "Das Singen bei Adamczewski ist mir viel zu fanatisch". Wer, wie der Chorleiter, durch die Schule des Windsbacher Knabenchores gegangen sei, verlange nun einmal ein sängerisch hohes Niveau und große Disziplin. Dies auch selbst vorbildlich zu tun, müsse dem Chorleiter attestiert werden.
Nach einem Blick auf die Entwicklung des Chors "vom ersten Abitur-Jahrgang des Emmy-Noether-Gymnasiums zur heutigen Stärke" sorgte Kamlah für Heiterkeit, als er die einstige Namens-Suche Revue passieren ließ: Dass die Erlanger Grillen nicht Hugenotten-Chor, Bachforellen oder Capella Voca Cola heißen, sei ebenso ein Glück wie der Umstand, dass Eheschließungen im Chor dessen Nachwuchssorgen ein wenig milderten. Singen, wie es Adamczewski zu sagen pflegt, hält offenbar nicht nur geistig fit.
pm